Am vergangenen Samstag durfte das Kleinkunstkommando im Komm in Düren spielen – einem Ort mit ganz besonderer Atmosphäre zwischen Kultur, Kleinkunst und Theaterflair. Schon im Vorfeld war klar: Das wird kein gewöhnlicher Abend.

Der Konzerttag begann zunächst eher durchwachsen. Beim morgendlichen Treffen zur gemeinsamen Fahrt kam direkt die erste ehrliche Ansage unseres Schlagzeugers Angelo:
„Boah, ich habe heute schlechte Laune.“
Private Dinge, ein stressiger Tag – manchmal reist die Stimmung eben mit. Kurz schwebte die Frage im Raum, ob der Abend wohl unter einem guten Stern stehen würde. Doch wie sich später zeigen sollte, kam alles ganz anders.

Zum ersten Mal starteten wir das Konzert mit einem richtigen Intro. Unser Sänger Dominik eröffnete den Abend ganz persönlich und humorvoll: mit Geschichten aus der Küche, einem letzten Nutellabrot vor dem Auftritt und der Vorfreude darauf, gleich gemeinsam mit dem Kleinkunstkommando auf der Bühne zu stehen. Dabei erzählte er auch von unseren Anfängen vor rund zehn Monaten, von den vielen Konzerten, die wir inzwischen spielen durften, und vom unglaublichen Zuspruch, den wir seitdem erleben.

Ein besonders emotionaler Moment entstand, als Dominik erwähnte, dass sein ehemaliger Musiklehrer an diesem Abend im Publikum war – ein Mensch, der seine musikalische Entwicklung und Kreativität maßgeblich geprägt hat. Sichtlich bewegt erzählte Dominik eine kleine Geschichte aus seiner Schulzeit: Damals schenkte er seinem Lehrer eine kleine Gitalele. Dieser komponierte daraufhin sogar ein eigenes Lied, das später über die Schulanlage abgespielt wurde. Eine wunderschöne Erinnerung, die zeigte, wie prägend musikalische Wegbegleiter sein können – und wie sich manche Geschichten viele Jahre später auf besondere Weise fortsetzen.

Im Anschluss stellte Dominik die Band vor – Stefan, Mirko, Angelo und natürlich auch sich selbst – charmant, humorvoll und mit vielen kleinen Geschichten. Erst danach kamen wir gemeinsam auf die Bühne und starteten in unser komplettes Live-Set.

Da das Komm mit seiner besonderen Atmosphäre förmlich dazu einlädt, Musik nicht nur zu spielen, sondern auch Geschichten zu erzählen, nahmen wir uns bewusst viel Zeit für persönliche Einblicke in unsere Songs. Dominik erzählte von den Hintergründen der Stücke, von Erlebnissen und Gedanken, die hinter den Liedern stecken. Genau das machte den Abend besonders: Das Publikum hörte aufmerksam zu, ging mit, lachte mit uns und tauchte tief in die Musik ein.

Ein besonders schöner Moment entstand beim Song „Spielerfrau“. Dieses Lied widmeten wir all den Menschen, die hinter den Kulissen dafür sorgen, dass wir unserer Musik nachgehen können – unseren Familien, Partnerinnen und Partnern, Freunden und Unterstützern, die uns den Rücken freihalten, Verständnis für lange Proben haben und oft im Hintergrund mithelfen.

An diesem Abend war es für Dominik besonders emotional, denn zum ersten Mal saß auch seine Mutter im Publikum und erlebte das Projekt Kleinkunstkommando live auf der Bühne. Mit viel Wärme erzählte er, dass genau sie seine ganz persönliche „Spielerfrau“ sei – jemand, der unterstützt, organisiert, mithilft, den Hund versorgt und Freiräume schafft, damit Musik überhaupt möglich wird. Ein Moment, der viele im Publikum berührte und einmal mehr zeigte, wie viel Herz in diesem Projekt steckt.

Nach dem ersten Teil machten wir eine kurze Pause. Zu diesem Zeitpunkt saß noch ein Großteil des Publikums entspannt im Saal. Doch im Laufe des Abends wandelte sich die Stimmung immer mehr: Beim Finale standen schließlich fast alle Menschen vor der Bühne, sangen mit und feierten gemeinsam mit uns.

Ein besonderer Moment entstand beim Song „Farbig und bunt“. Im Saal wurden Knicklichter verteilt, das Licht wurde gedimmt und plötzlich bewegten sich überall bunte Lichter durch den Raum. Diese Atmosphäre passte perfekt zum Lied und sorgte für echte Gänsehaut.

Auch hinter den Kulissen – beziehungsweise mitten auf der Bühne – gab es einige herrlich menschliche Momente. Während der vielen Moderationen hatte sich Gitarrist Mirko vorgenommen, die Übergänge musikalisch atmosphärisch zu begleiten. Gar nicht so einfach, wenn gleichzeitig Geschichten erzählt werden und Angelo nebenbei auf der Hi-Hat den Takt hält – oder manchmal eben auch kurz verliert, weil er selbst so vertieft ins Erzählen war. Konzentration war also durchaus gefragt.

Besonders charmant wurde es auch bei einem ruhigen Songteil, in dem eigentlich nur Dominik allein mit seiner Gitarre spielen sollte. Doch das Publikum hatte andere Pläne: Statt still zuzuhören, sang plötzlich der ganze Saal lautstark den „Oh-oh-oh“-Chorus weiter. Für uns völlig unerwartet – aber genau solche Momente machen Live-Musik besonders. Also improvisierten wir kurzerhand und ließen die Stimmung einfach geschehen. Und genau das fühlte sich richtig an.

Natürlich durfte am Ende auch eine Zugabe nicht fehlen. Danach präsentierten wir noch unser neues Outro: eine orchestral arrangierte Version eines unserer Songs, die Dominik speziell für diesen Abschluss vorbereitet hatte. Ein emotionaler und würdiger Schlusspunkt für einen besonderen Abend.

Nach dem Konzert kamen viele Besucherinnen und Besucher noch nach vorne zur Bühne. Es wurden Fotos gemacht, Gespräche geführt und unglaublich viele schöne Worte mit uns geteilt. Dieses direkte Feedback, die Begeisterung und die Freude der Menschen sind für uns jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes.

Am Ende des Abends bauten wir müde, aber glücklich ab und fuhren mit einem breiten Grinsen nach Hause.
Was morgens mit schlechter Laune begann, wurde zu einem Abend voller Musik, Emotionen, spontaner Momente und echter Verbindung.

Danke an alle, die dabei waren.
Wir freuen uns schon auf das nächste Konzert!

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